Klimaschutz-Ziele für Kreis und Stadt Deggendorf erarbeiten

(Bild: G. Kestel)
Der Klimawandel schädigt die Wälder auch im Bayerischen Wald - und beginnt, auch in unserer region massiv Geld zu kosten (Bild: G. Kestel)
Niedermoore - wie hier bei Natternberg - beseitigen durch die Torfbildung CO2 aus der Atmosphäre. Voraussetzung ist ein intakter Wasserhaushalt (Bild: G. Kestel)

Fridays for Future, BUND Naturschutz und weitere Umweltgruppen laden Jugendliche und Erwachsene zum Mitmachen ein

Seit fast einem Jahr sind Schülerinnen und Schüler auch in Deggendorf in der Bewegung "Fridays for Future" aktiv - zuletzt sichtbar Ende September 2019 mit einer Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmern, parallel zur Tagung des Klimakabinetts in Berlin. Zusammen mit anderen Gruppen lädt Fridays for Future für den 14. November ab 18:45 Uhr zu einem offenen Treffen in die Tagesstätte des AWO-Ortsverbandes Deggendorf in die Lateinschulgasse 17 (Eingang von der Haselbeckstraße) in Deggendorf ein. Dabei sollen Arbeitsgruppen in Gang gesetzt werden, die für den Kreis und die Stadt Deggendorf Ziele zum Klimaschutz formulieren.

Kommunen für den Klimaschutz verpflichten

"Es geht darum, die Pariser Verpflichtungen zum Klimaschutz auf die Aktionen herunterzubrechen, die vom Landkreis und den Gemeinden angepackt werden müssen", erklärt Laurin Kröplin von der Deggendorfer Aktivisten-Gruppe. "Wir haben uns zunächst umgesehen und umgehört, ob es so etwas schon gibt - aus unseren Kontakten zu anderen Gruppen und Verbänden ist dann schnell die Idee entstanden, das in Workshops zusammenzutragen ", ergänzt Marie Waldmann, ebenfalls aktiv für Fridays for Future.

Themen "Verkehr", "Wohnen und öffentliche Gebäude", "Ernährung, Landnutzung, Lebensweise", "Regionale Erzeugung regenerativer Energien" und "CO2-Fixierung"

Bei einem ersten Treffen zur Beratung mit den "Parents for Future", amnesty international, dem BUND Naturschutz und Greenpeace war man sich dann schnell zu 5 Themenbereichen einig, die in einzelnen Gruppen weiter bearbeitet werden sollen. "Verkehr" ist einer davon, weitere Klimaziele sollen für die Bereiche "Wohnen und öffentliche Gebäude", "Ernährung, Landnutzung, Lebensweise" und "Regionale Erzeugung regenerativer Energien" zusammengetragen werden. Außerdem sollen noch die Möglichkeiten untersucht werden, wie im Landkreis CO2 fixiert werden kann, etwa in Mooren, Wäldern oder über die Nutzung von Holz. Im Januar oder Februar soll dazu dann auch eine Podiumsdiskussion mit den Parteien stattfinden, die sich im Kommunalwahlkampf um die Wählergunst bewerben.

"Wir sind dankbar für jede Idee und jeden sinnvollen Beitrag in den genannten Bereichen. Weil wir uns vor allem auf die Klimawirkungen konzentrieren wollen, hoffen wir zugleich auf eine gezielte Diskussion ohne Verzettelung in allen politischen Feinheiten. Wir wollen letztlich zusammentragen, was im Kreis und in den Gemeinden getan werden muss, um die Reduzierung der durchschnittlichen CO2-Emissionen pro Jahr und Mensch bis 2030 auf etwa 2 Tonnen zu erreichen. Das ist anspruchsvoll, Ausgangspunkt sind schließlich derzeit etwa 11 Tonnen", erläutert Petra Bachmeier für "Parents for Future" und amnesty interantional und ergänzt, dass ausdrücklich auch Erwachsene eingeladen sind, sich zu beteiligen.

Beispiel: Verkehrssystem für Fahrradverkehr und Öffentliche Verkehrsmittel als Alternative zum Auto planen

"Für den Bereich Verkehr könnte man zum Beispiel festlegen, wie groß der Anteil der mit Bus und Bahn oder auch Fahrrad und E-Bike zurückgelegten Fahrten werden soll und was dafür in den Verkehrsnetzen oder an anderer Stelle passieren muss. Bisher wird ja vor allem Geld für Überlegungen investiert, wie noch mehr Straßen und Brücken für noch mehr Autos gebaut werden können. Ein vergleichbar gut ausgebautes, durchgängiges und leistungsfähiges Fahrradstraßen-Netz ist aber noch nie geplant worden, auf dem zum Beispiel Deggendorfer Schülerinnen und Schüler gefahrlos auf dem Rad die Schulen erreichen können", erläutert Georg Kestel für den BUND Naturschutz mögliche Ziele und Forderungen.

Jeder kann sich beteiligen - auch Nicht-Fachfrauen und -männer

Eingeladen zu dem Treffen ist explizit auch jeder, der sich nicht als "Fachmann" oder "Fachfrau" empfindet. "Das ist zum Formulieren von Zielen erstens nicht unbedingt Voraussetzung, zum zweiten kann sich jeder auch gerne beim Managen der einzelnen Themen-Arbeitskreise einbringen", macht Marina Kainz von Greenpeace Mut, sich an dem Projekt zu beteiligen.

In späteren Schritten, voraussichtlich aber erst nach der Kommunalwahl, will sich die Gruppe auch mit den Beiträgen beschäftigen, die Unternehmen im Landkreis bereits erbringen oder zusätzlich leisten könnten.