Generalüberholung der Takatuka im Jahr 2015 erfolgreich abgeschlossen

Die Takatuka bei der Generalüberholung im Frühjahr 2015 auf dem „Trockendock“ in Windorf (Bild: N. Bieber)

Die „Takatuka“, das Umweltbildungsschiff des Bund Naturschutz, fährt nun schon die 17. Saison und macht nach wie vor mit großem Erfolg aus wasserscheuen „Landratten“ richtige „Donaupiraten“. Über den diesjährigen Saisonstart freut sich Georg Kestel, der Vorsitzende der Deggendorfer BN-Kreisgruppe ganz besonders: „Das Boot wird zwar jährlich im Frühjahr vor dem Einsatz überholt, aber nach all den Jahren stand jetzt eine gründliche Sanierung an. Wir mussten heuer den Schiffsrumpf durch Fachfirmen abstrahlen, Schwachstellen schweißen und einen neuen Schutzanstrich aufbringen lassen.“

Nicht minder erforderlich waren die Arbeiten am oberen Teil des Schiffes. Hier wurden Fahrgastraum und Führerhaus innen und außen abgeschliffen und gestrichen, ferner bekamen Umlauf und Reling frische Farbe und auch der Teppich im Passagierraum wurde ausgewechselt. „Dank der Hilfe von Frau Gotzler vom Freiwilligenzentrum „Mach mit“ des Landkreises Deggendorf konnten wir fünf Helfer finden, die tatkräftig Hand anlegten“, freut sich Projektleiter und Takatuka-Kapitän Norbert Bieber. „Ohne die Hilfe von Hans-Werner Höricke, Karl Heribert Lebrecht, Albert Schlesinger, Dieter Viereder und Rudolf Zierer hätten wir das Boot zum Saisonstart nicht im Wasser gehabt“, ist er sich sicher. „Dabei sind insgesamt fast 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammengekommen.“

Auch eine Zuwendung von Seiten der Sparkasse Deggendorf hat die Renovierung sehr erleichtert. „Dank der Vermittlung durch den Deggendorfer Oberbürgermeister, Dr. Moser, haben wir in diesem Jahr eine größere Geldspende erhalten, für die wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken“, erklärt Kestel. „Auch der Kreisjugendring unterstützt unser Projekt, ebenso wie unser Landesverband, der jedes Jahr einen erheblichen Teil der Kosten übernimmt.“

Am 20. Juli hieß es bei strahlendem Sonnenschein dann endlich wieder „Schiff ahoi“ für die generalüberholte Takatuka. Als erste Passagiere der Saison genossen die Zweitklässler der Grundschule Stephansposching mit ihren Lehrerinnen Anita Feldmeier und Irmgard Zink die Überfahrt von Deggendorf zur Fischerdorfer Donauinsel. Außer beim Anlagen am Ruderhaussteg hat das Schiff wegen seines geringen Tiefgangs kein Problem mit dem aktuellen Niedrigwasser. Auf der Insel angekommen, verwandelten sich die Kinder zuerst optisch in echte „Seeräuber“: mit Kopftüchern und geschminkten Narben und Totenköpfen konnte die „Ausbildung zum Donaupiraten“ beginnen. Zu Beginn übersetzten die Mädchen und Buben den Schlachtruf „Aue ade, nee!“ ins bayerische - und erfuhren dabei auch gleich einiges über die Bedeutung von Hoch- und Niedrigwasser sowie der ungehinderten Strömung für die Aue. An einem Geländemodell, anschaulich beschickt mit Donau-Wasser aus der Gießkanne, lernten die Kinder spielerisch den Verlauf des Stromes und einige typische Bewohner wie Storch, Moorfrosch und Schrätzer, Streber und Zingel als typische Donaufische kennen.

Beim Schwingen am Schiffstau war Kraft und Geschicklichkeit gefragt und wer vorzeitig losließ, den „hat der Waller g`fressn!“. An der Inselspitze konnten die Kinder mit Ferngläsern Vögel beobachten, im Auwald-Dschungel kraxelten sie auf umgestürzten Bäumen und tasteten sich mit verbundenen Augen durch die Wildnis. Sie lernten, wie flauschig sich das Fell eines Bibers anfühlt und wie man gefahrlos eine Brennnessel berührt. Nur mit Teamgeist konnten die Piraten-Azubis der großen Spinne entkommen, deren Netz sie gemeinsam durchqueren mussten.

Nach der Inselerkundung erfrischten sich die Grundschüler in der Donau, entdeckten dabei einige Wassertiere und marschierten dann am Strand zurück zum Schiff. „Natürlich gibt es zum Abschluss auch eine Schatzsuche! Wer unterwegs gut aufgepasst hat, spürt den Schatz am schnellsten auf!“, erklärt Kapitän Bieber. Auf der Rückfahrt nahmen die Kinder stolz ihre Donaupiraten-Urkunden in Empfang und waren sich einig: „Das war ein super Tag!“

Irene Weinberger-Dalhof, die in der Deggendorfer BN-Geschäftsstelle das Umweltbildungsprojekt managt, freut sich über das große Interesse: „Schulen aus ganz Niederbayern nutzen diese ganzheitliche Umweltbildung, bei der die Kinder mit allen Sinnen die Natur hautnah erleben können. In den Ferien fragen Fußball- oder Gartenbauvereine, der Frauenbund oder kirchliche Gruppen an, um ihren Sportlern, Ministranten oder Ferienkindern ein lehrreiches Abenteuer zu bieten.“

Nach wie vor freut sich der BN aber auch über jede Unterstützung für das Projekt: "Für den Einsatz von qualifizierten Fachfirmen haben wir in diesem Jahr einen höheren vierstelligen Betrag aufwenden müssen, und auch der "normale" Betrieb verursacht seine Kosten. Die besondere Form der Umweltbildung mit der Takatuka wird letztlich aus Spenden und den Beiträgen unserer Mitglieder möglich gemacht."

Spenden sind unter dem Stichwort „Takatuka“ auf das Konto der BN-Kreisgruppe Deggendorf (IBAN: DE98 7415 0000 0380 0150 57) möglich.