Zur Startseite
  • Home
  • Aktuelles
  • Ortsgruppen
  • Spenden

Welterbe Donau er-fahren: 4. Metten - Niederalteich

„Zur Erhaltung festgesetzte Bäume müssen auch erhalten bleiben“ - BUND Naturschutz kritisiert

Illegale Baumfällungen im geplanten Baugebiet Ida-Eid-Straße in Metten dürfen nicht ohne Folgen bleiben

Das geplante Baugebiet an der Ida-Eid-Straße in Metten hat der BUND Naturschutz (BN) schon im laufenden Aufstellungsverfahren kritisch begleitet. „Wir haben bestimmt kein Problem mit der Wiedernutzung von bereits bebauten Flächen“, erklärt dazu Brigitte Reinhardt, Vorsitzende der Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg zu dem Gebiet, auf dem sich aktuell noch ein unbewohntes Wohnhaus befindet. „Problem ist aber die neu geplante Baudichte, und vor allem, dass während des noch laufenden Verfahrens der Eigentümer offensichtlich jetzt mit Bäumen, die in stören, kurzen Prozess gemacht hat. Es ist schlicht illegal, wenn dabei bekannte Biotopbäume gerodet werden.“

Problematische Baudichte geplant

Die Fläche am Rand des Marktes Metten befindet sich auf Betreiben des früheren Eigentümers in einem Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans. Dabei wurde einerseits eine aus Sicht des BN weit überhöhte Baudichte neu zugelassen. „Eine derartige Baudichte ist in dem teilweise steilen Gelände am Waldrand von Haus aus sehr anspruchsvoll“, bewertet Reinhardt den Plan, der im Sommer 2019 öffentlich ausgelegt wurde. Zugleich wurde im Bebauungsplan-Entwurf aber auch ein alter Laubbaum, für den eine Besiedlung mit Fledermäusen und selteneren Brutvögeln angenommen wurde, und weitere Gehölzgruppen am Rand des Grundstückes zur Erhaltung festgesetzt. „Das haben die vom Eigentümer beauftragten Planer in dessen Auftrag so in den Plan gezeichnet, um damit den geltenden artenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden“, erklärt Reinhardt. „Auch bei einem Übergang auf einen neuen Eigentümer ist es aber rechtlich keinesfalls zulässig, dass dieser die Gehölze und den Baum jetzt abräumt.“

Die Ortsgruppe hat die illegale Aktion nun zusammen mit der Kreisgruppe des BN gegenüber Gemeinde und Landratsamt moniert. „Wir schreien nicht bei jedem Baum, der gefällt werden muss. Manchmal, wie zum Beispiel auf den zur Verstärkung vorgesehenen Deichtrassen, gibt es gute Gründe, warum man in Baumbestand eingreifen muss. Aber dass die Eigenverpflichtung und das Artenschutzrecht mit einer solchen Aktion stillschweigend ausgehebelt werden sollen, ist nicht hinnehmbar“, findet auch Georg Kestel, Chef der BN-Kreisgruppe. Der Verband möchte mit dem Schreiben jetzt erfahren, wie die Gemeinde als Trägerin der Bauleitplanung und das Landratsamt, zuständig für die Einhaltung des Artenschutzes, für das Grundstück wieder legale Verhältnisse herstellen möchten.

Bäume aus Klimaschutzgründen erhalten!

Grundsätzlich sieht der BN die Notwendigkeit, schon aus Klimaschutzgründen gerade auch in Siedlungsflächen Bäume und Gehölze soweit wie möglich zu erhalten. „Mit manchen sinnlosen Abholzungen, auch wieder in diesem Winter, wird wichtiges Kapital der Zukunft verschleudert. Bei steigenden Temperaturen und zunehmenden Dürren übernehmen Gehölze in Dörfern und Städten wichtige klimatische Funktionen, weil sie die Luft kühlen und befeuchten, Flächen abschatten und damit ebenfalls kühl halten sowie Staub filtern und binden. Und nebenbei holen Bäume und Sträucher auch noch CO2 aus der Atmosphäre und sind Lebensraum für viele Tierarten. Dass immer noch viele Menschen dagegen Bäume vor allem als Problem sehen, weil sie im Herbst mit dem Laubfall ‚Dreck‘ machen würden, ist in diesem Sinne gesehen einfach nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Reinhardt dazu. „Eine einzige ausgewachsene Buche spendet ganzjährig den Sauerstoff für 700 Menschen und verbraucht dabei 1800 kg CO2 - pro Tag! Ein solcher Baum verdunstet täglich etwa 400 Liter Wasser und senkt so in seinem Umfeld die Temperatur an einem heißen Nachmittag um bis zu 5 Grad“, ergänzt Kestel hierzu konkrete Zahlen. „Wo es geht, sollten außerdem vor allem auch alte und absterbende Bäume stehen bleiben, weil vor allem diese von Insekten, Vögeln und Fledermäusen genutzt werden“.