Zur Startseite
  • Home
  • Aktuelles
  • Downloads
  • Spenden

Welterbe Donau er-fahren: 4. Metten - Niederalteich

Ortsgruppen

  • Home  › 
  • Aktuelles

Landkreis Deggendorf muss mehr eigenen Strom produzieren: BN fordert Solarpflicht für alle geeigneten Dächer

Der zukünftig steigende Strombedarf für Heizen und Mobilität ist eine Herausforderung für die Netze und die Verfügbarkeit von Flächen. „Wir müssen auch die in den Siedlungen verfügbaren Flächen für die Versorgung mit erneuerbarem Strom nutzen“, mahnt daher die BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Deggendorf an.

05.10.2023

Genutzt werden sollten für die Energiewende auch geeignete Bestandsgebäude. „Von der Politik fordern wir, dass der Rahmen geschaffen wird, damit auf jeden Fall für geeignete Neubauten, z. B. für große gewerbliche Dachflächen oder für große Parkplatzflächen die Nutzung von Sonnenenergie vorgegeben werden kann“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der Deggendorfer Gruppe.

Dachflächen für Photovoltaik nutzen!

Bayern hinkt bei der Energiewende im Deutschlandvergleich hinterher. Bekannt ist der massive Rückstand im Ausbau der Windenergie. Aber auch bei der Photovoltaik liegt Bayern, auf die Fläche bezogen, nur auf Platz sieben.

Laut Energieatlas Bayern versorgt sich auch der Landkreis Deggendorf beim Strombedarf erst zu ca. etwas mehr als einem Viertel aus erneuerbaren Energien. „Wir sehen zwar, dass es etliche Projekte für Freiflächen-PV-Anlagen im Landkreis gibt, aber der Blick in die Luftbilder zeigt, dass enorme Dachflächen bisher nicht genutzt werden“, erläutert Kestel die Daten. „Um diese Potentiale zu nutzen, braucht es auch entsprechende Vorgaben von der Bayerischen Staatsregierung – wir brauchen letztendlich eine Solarpflicht für alle geeigneten Dächer!“

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) errechnete ein Dachflächenpotenzial von 40 GW installierbarer Leistung in Bayern, davon fast 60% auf Wohngebäuden. 2021 waren jedoch nur Photovoltaik-Anlagen mit ca. 10 GW Leistung auf Dächern installiert. Mit dem ungenutzten Potenzial von 30 GW könnte man fast 40% des in Bayern benötigten Stroms erzeugen und so die fossile Stromerzeugung rechnerisch komplett ersetzen.

Solarpflicht für Neubauten

Daher fordert die Kreisgruppe Deggendorf zusammen mit dem Landesverband des BUND Naturschutz die Einführung einer Solarpflicht ab dem 01.01.2024 nicht nur für gewerbliche Neubauten, wie in der bayerischen Gesetzgebung vorgesehen, sondern auch für private Neubauten. Zusätzlich sollen gewerblich genutzte Bestandsgebäude bis 2028 ihr Dach mit Photovoltaik oder Solarthermie nachrüsten. Private Bestandsgebäude sollten bis 2030 eine solare Energienutzung auf geeigneten Dachflächen aufweisen. Für soziale Härtefälle muss die Staatsregierung eine geeignete Förderstruktur einrichten.

Auch bei den regionalen Stromnetzen, Wasserstoff aus Überschuss-Strom, Biomasse und Windenergie muss mehr passieren

„Auch im Ausbau der Stromnetze und der Wasserstofftechnologie müsste die bayerische Staatsregierung erheblich mehr tun. Wenn heute große PV-Anlagen mittags wegen einem Überangebot abgeregelt werden müssen, dann ist das ein Versagen mit Ansage. Denn dass man auch die örtlichen Netz ausbauen und z. B. Wasserstoff-Elektrolyseure für die Langfrist-Speicherung aufbauen muss, um den bei Überangebot billigen oder gar kostenlosen Strom sinnvoll umzuwandeln und zu speichern, weiß man schon lange. Wir fordern dazu weniger Wahlreden im Bierzelt und mehr Aktion im Land“, kommentiert Kestel.

In Stadt und Landkreis müsse es zusätzlich auch weitergehen mit der Nutzung von Biomasse aus Reststoffen und auch mit der sinnvollen Planung der Windenergie über die Fortschreibung der Regionalpläne, mahnt der BN-Vorsitzende weiter an. „Wir sehen die großen öffentlichen Engagements von Ministern und anderen Politikern leider immer nur dann, wenn es um Klimaschädigung durch zusätzlichen Straßenbau geht, kaum aber, wenn es um die Infrastruktur der Zukunft für die Energieversorgung geht“, so Kestel.