Plastikfrei einkaufen in Deggendorf

Vor einiger Zeit zeigte die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) zusammen mit der Gruppe "LocalGlobal" und dem BUND Naturschutz (BN) Deggendorf den Film "Plastic Planet" und lud zum Vortrag "Plastikfrei leben" ein. In diesem Vortrag führte Sandra Krautwaschl, Politikerin und Buchautorin aus Graz, vor, wie weit es ihr zusammen mit ihrer Familie gelungen ist, Plastik im täglichen Leben zu vermeiden.

Der Vergleich zeigt: der (weitgehend) plastikfreie Einkauf ist auch in Deggendorf möglich.

Kurt Schürzinger (Gruppe LocalGlobal) nach dem plastikfreien Einkauf

29.05.2016

"Nach dem Film und dem Vortrag wollten wir selber aktiv testen, wie weit sich Plastik als Verpackungsmaterial bei uns in Deggendorf beim Einkauf vermeiden lässt", erklärt Brigitte Eichinger, Geschäftsführerin der KEB. Am letzten Samstag machten sich daher zwei Teams auf den Weg - mit etwa gleichen Einkaufszetteln, aber einmal mit dem Auftrag, "konventionell" beim Discounter einzukaufen, und einmal mit dem Anspruch, Plastik möglichst zu vermeiden.

"Beim Discounter sind bis auf die Milch und ein Teil des Gemüses ja so gut wie alle Waren in Plastik verpackt", erklärt Georg Kestel, Chef der Deggendorfer BUND-Naturschutz-Kreisgruppe. Er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, einmal "für einen guten Zweck" eher umweltfeindlich einkaufen zu dürfen. "Selbst Bio-Ware ist meist in Kunststoff verpackt, einige Süßigkeiten stecken sogar doppelt in Folie. Immerhin hat die Plastik-Tragetasche etwas gekostet, was vielleicht doch dazu anregt, eine eigene Tasche mitzunehmen. Um das Bild zu komplettieren, haben wir uns aber heute auch die Tragetasche geleistet."

Haupteinkäufer für die plastikfreie Fraktion war Kurt Schürzinger, Mitglied der Gruppe LocalGlobal. "Weil wir den Einkauf auf den Samstag gelegt haben, konnten wir am Bauernmarkt nicht nur plastikfrei, sondern auch noch biologisch erzeugte Waren einkaufen. Nachteil am plastikfreien Einkauf ist, dass man mehr Läden ansteuern muss und so die Wege länger werden. Auch ist die Tasche natürlich schwerer, weil z.B. Milch-Glasflaschen die Tetrapacks ersetzen. Aber wenn man will, ist eigentlich bis auf wenige Dinge wie Schokolade, Kaffee, Quark und manche Hygieneartikel das meiste plastikfrei zu bekommen." Spannend war für die Aktivisten vor allem noch die Frage, ob Käse, Wurst und Fleisch in mitgebrachte Behälter abgepackt wird. "Das handhabt jeder Laden und zum Teil auch die Verkäuferinnen und Verkäufer unterschiedlich, aber es geht", hat Brigitte Eichinger festgestellt und fügt als Schlussfolgerung aus der Aktion hinzu: "Wir würden uns wünschen, dass die Verkäufer den Kunden den Verzicht auf Plastik auch aktiv anbieten."

Bei den Testkäufen hat sich außerdem herausgestellt, dass vor allem der bewusste Einkauf entscheidend ist. "Man muss halt dran denken, dass man Dosen und Taschen mitnimmt. Gleichzeitig macht es der Einkauf von offen und saisonal angebotenen Waren am Markt leicht, Verpackung einzusparen. Und es macht auch noch mehr Spaß, als Einkaufswagen durch die Regale zu schieben", erklärt Schürzinger.

Dass die Vermeidung von Plastik durchaus ein Thema ist, zeigt allein schon der Vergleich der Bilder. "Wir werden die Verpackungen aufheben und noch einmal extra gegenüberstellen. Außerdem wollen wir mal noch versuchen umzurechnen, wieviel Erdöl in den Folien und Plastikflaschen steckt", fasst Kestel für die beteiligten Gruppen zusammen.