Naturschutzverbände laden ein zum Umwelt-Aschermittwoch nach Deggendorf

Auch in diesem Jahr veranstalten BUND Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) wieder gemeinsam einen „Umweltpolitischen Aschermittwoch“. Am 26. Februar laden die Verbände nach Deggendorf in den Kolpingsaal im Stadthotel in Deggendorf ein. Los geht’s um 19:00 Uhr.

Als Hauptredner treten Richard Mergner, Vorsitzender des BN und Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV auf. Für die musikalische Umrahmung sorgt der „Niederbayerische Musikantenstammtisch“.

In ganz Niederbayern versuchen die politischen Parteien, mit meist eher lautstarken Veranstaltungen am Beginn der Fastenzeit Aufmerksamkeit zu finden und ihre Themen zu setzen. Seit vielen Jahren tun dies auch die Umweltverbände mit einem „Umwelt-Aschermittwoch“.

„Am Anfang, vor gut 20 Jahren, war es noch ein krasser Kontrast, wenn von unserem Aschermittwoch und damit von Natur-, Arten- oder Klimaschutz berichtet wurde. Mittlerweile ist das deutlich anders: heute kommt weder eine Siemens-Aktionärsversammlung noch ein CSU-Stammtisch an diesen Themen vorbei“, erklärt Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz, zur Geschichte der Veranstaltung. „Das liegt zum einen daran, weil immer mehr Menschen und gerade auch die junge Generation erkennt, dass es sich hier um die eigentlichen Zukunftsfragen handelt. Zum anderen wird die Lage nicht besser, weil gerade in diesen Politikfeldern bis heute einfach zu wenig passiert“.

„Neben Klimaschutz wird es beim Umwelt-Aschermittwoch ein Jahr nach dem Volksbegehren zur Artenvielfalt auch um dessen Umsetzung gehen“, erklärt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. „Das erfolgreiche Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ und das Begleitgesetz haben eine hervorragende Grundlage für mehr Natur- und Artenschutz in Bayern geschaffen. Wir werden der Staatsregierung bei der Umsetzung ganz genau auf die Finger schauen.“

Aus Sicht der Verbände muss sich in diesem Bereich vor allem auch die Agrarpolitik ändern. Öffentliche Gelder müssten stärker als bisher für die Honorierung von entsprechenden Leistungen verwendet werden, meint dazu Georg Kestel, Chef der gastgebenden BN-Kreisgruppe Deggendorf. „Wir wollen und müssen dafür mit der Landwirtschaft verstärkt in den Dialog kommen, vor allem in den Gemeinden und direkt an der Basis. Im Landkreis Deggendorf ist die Gründung eines paritätisch besetzten Landschaftspflegeverbandes ein guter Beginn, und es freut uns sehr, dass beim Umweltaschermittwoch auch Michael Klampfl, Kreisobmann des Bauernverbandes ein Grußwort sprechen wird“, so Kestel. In Sachen Flächenverbrauch, auch ein Dauerthema beim Aschermittwoch, hätten Landwirte und Naturschützer gemeinsame Interessen und auch schon länger gute Kontakte. „Das passt auch gut zur Kommunalwahl im März. Weitere Dauerbrenner bleiben hier in der Region der Donauausbau, der naturnahe Hochwasserschutz, die Einführung eines Tempolimits und allgemein die Verkehrswende in Bayern“. Wie im letzten Jahr wird es außerdem ein Grußwort der Fridays for Future Bewegung bzw. der neu gegründeten JBN-Jugendgruppe Deggendorf geben.
„Wir laden herzlich dazu ein, sich bei uns aus erster Hand zu informieren, zu diskutieren, und mit dem Besuch beim Umwelt-Aschermittwoch ein Zeichen für den Schutz von Natur und Heimat zu setzen“, erklärt Kestel und hofft wie in den letzten Jahren wieder auf einen vollen Kolpingsaal im Stadthotel in Deggendorf.

In bewährt zünftiger Weise wird die Veranstaltung musikalisch vom „Niederbayerischen Musikantenstammtisch“ umrahmt. Der „Stammtisch“ ist eine Gruppe junger Musiker und Musikerinnen, die der Spaß an ostbayerischer Volks- und Tanzmusik verbindet.

Für das leibliche Wohl sorgt die Küche des Stadthotels Deggendorf unter anderem mit zum Aschermittwoch passenden Fischgerichten und veganen Schmankerln. Der Eintritt ist frei.