Umweltpolitischer Aschermittwoch 2018: Masterplan Donau als Lichtblick bayerischer Umweltpolitik

Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf des BUND Naturschutz, freute sich, einen vollen Saal mit mehr als 170 Besucherinnen und Besuchern begrüßen zu können. (Bild: H. Inkoferer / BN)
Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) (Bild: H. Inkoferer / BN)
Sebastian Schönauer, stellvertreztender Vorsitzender des BUND Naturschutz war kurzfristig als Hauptredner für den erkrankten Prof. Hubert Weiger eingesprungen. (Bild: H. Inkoferer / BN)

Traditionell luden die Umweltverbände BUND Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) wieder zum Umweltpolitischen Aschermittwoch nach Niederbayern. Auch wenn der letzte frei fließende Abschnitt der niederbayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen gerettet ist, gehen den Naturschützern die Themen nicht aus.

Einst war es der Kampf um die Erhaltung des Donauabschnittes zwischen Straubing und Vilshofen, der die Idee des Umweltpolitischen Aschermittwochs entstehen ließ. Seit dem vergangenen Jahr ist der sanfte Ausbau ohne Kanal und Staustufe im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben. Doch darauf ausruhen wollen sich die Naturschützer nicht.

Ausdrücklich begrüßte der stellvertretende BN-Vorsitzende Sebastian Schönauer den im vergangenen Jahr vom bayerischen Umweltministerium vorgestellten Masterplan Donau als Lichtblick. „Es ist auch europäische Verantwortung, die Lebensader Donau zu erhalten und ökologisch weiter zu entwickeln. Auf Jahrzehnte der Flusskorrektur und Fehlentwicklungen müssen nun Jahrzehnte der Renaturierung folgen“, erklärte Schönauer. Positiv hervorzuheben sei auch der Einstieg in die Renaturierung der Isar. Viel Handlungsbedarf sieht der stellvertretende BN-Vorsitzende aber nach wie vor beim Thema ökologischer Hochwasserschutz: „Das heißt vor allem mehr Raum für unsere Flüsse. Beim Thema Wasserrückhalt in der Landschaft muss noch viel passieren. Als eine der wichtigen Voraussetzungen muss die Wasseraustreibungspolitik aus der Landschaftbeendet werden.“

Nicht nur in Sachen Flüsse, sondern auch beim Thema Nationalpark herrschte Einigkeit bei den beiden Umweltverbänden: Beide Redner appellierten eindringlich an die Staatsregierung, die Planungen für einen dritten Nationalpark im Freistaat fortzuführen. „Ein dritter Nationalpark in Bayern ist ein wichtiger Baustein für den Schutz unserer Natur und der biologischen Vielfalt in Bayern“, betonte der LBV-Vorsitzende Nobert Schäffer. Schließlich gehe es beim Naturschutz nicht um Almosen. „Wir haben vielmehr ein Recht auf sauberes Wasser, gesunde Böden, reine Luft und eine reiche Natur um uns herum.“

Schäffer setzte sich auch mit dem Begriff Heimat auseinander: „Heimat, das ist nicht nur Bockbierfest und die Wieskirche. Heimat, das sind auch bunte Blumenwiesen, Schmetterlinge, Kiebitze und Feldlerchen.“

In diesem Jahr war die Veranstaltung im Stadthotel Deggendorf zu Gast. Für die musikalische Umrahmung sorgte traditionell der Niederbayerische Musikantenstammtisch.