Gemeinsam für das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ aktiv

Das Deggendorfer Aktionsbündnis für das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ nimmt Fahrt auf: Auf Einladung von Christian Kerschl von der ÖdP, Georg Kestel vom BUND Naturschutz, Martin Sigl vom Landesbund für Vogelschutz und Christian Heilmann von den Grünen trafen sich am 24. Januar knapp 40 Engagierte im Gasthaus zur Knödelwerferin in Deggendorf. Gemeinsam wollen sie in den nächsten Wochen mit Plakaten, Flyern und Öffentlichkeitsarbeit auf das Volksbegehren aufmerksam machen. Ziel ist es, die Bevölkerung möglichst gut zu informieren und zu bitten, sich im Eintragungszeitraum vom 31. Januar bis 13. Februar in ihrem Rathaus am Volksbegehren zu beteiligen.

Knapp 40 Aktive trafen sich am vergangenen Donnerstag in Deggendorf, um die Unterstützung des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen zu koordinieren. Das Aktionsbündnis sucht noch weitere Mitstreiter, vor allem im westlichen Landkreis. (Bild: Mirka Knopf)

27.01.2019

Zum Einstieg informierten Georg Kestel und Christian Kerschl über die Hintergründe und Inhalte des Volksbegehrens: Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden, wie wissenschaftliche Studien belegen. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. 54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben, 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden, über 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da. Unter anderem in Folge des Insektenschwundes leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren.

Diese beunruhigenden Entwicklungen will das Volksbegehren Artenvielfalt durch eine Änderung des bayerischen Naturschutzgesetzes stoppen. Gefordert werden unter anderem die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere, die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landschaft, der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben, der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten.

Doch nur wenn im Zeitraum vom 31. Januar bis 13. Februar in Bayern 10 Prozent der Wählerinnen und Wähler in ihr Rathaus gehen und sich in die dortigen Listen eintragen, wird die bayerische Regierung durch die Gesetzesänderung tatsächlich zu konkreten Maßnahmen gegen das Artensterben verpflichtet.

„Jede helfende Hand ist jetzt wichtig“, sagt Christian Kerschl, denn damit das Volksbegehren Erfolg hat, müssen viele Menschen auch in unserem Landkreis aktiv werden. Beim ersten Treffen des Aktionsbündnisses wurden daher bereits fleißig Plakate und Flyer verteilt, die in der nächsten Woche zur Information der Bürgerinnen und Bürger aufgehängt und verteilt werden sollen. Außerdem sind Informationsstände, u. a in der Stadt Deggendorf am 2.2. und 9.2., in Plattling beim Globus am Nachmittag des 7.2. und in der Gemeinde Metten am 2.2. geplant. In einigen Gemeinden werden auch sogenannte Rathauslotsen unterwegs sein, die im Eintragungszeitraum stundenweise vor den Rathäusern Passanten ermuntern sollen, ihre Unterschrift zu leisten.

Wer das Volksbegehren aktiv durch Mithilfe oder auch durch eine finanzielle Spende unterstützen möchte, kann sich jederzeit gerne bei Christian Kerschl unter deggendorf@oedp.de melden. „In und um Deggendorf sind wir sehr gut vertreten - vor allem im östlichen Landkreis suchen wir aber noch Unterstützer, die Plakate aufhängen oder Faltblätter verteilen“, ergänzt Georg Kestel. Lokale Informationen zum Volksbegehren werden außerdem auf der Webseite des BN veröffentlicht.

Die Öffnungszeiten des Rathauses der Heimatgemeinde und weitere Informationen zum Volksbegehren findet man außerdem unter volksbegehren-artenvielfalt.de. Wer im Eintragungszeitraum aus wichtigen Gründen nicht in der Heimatgemeinde unterzeichnen kann oder aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht ins Rathaus gehen kann, kann sich übrigens von seiner Gemeinde einen Eintragungsschein ausstellen lassen. Für die Eintragung im Rathaus darf außerdem der Ausweis nicht vergessen werden.