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Welterbe Donau er-fahren: 4. Metten - Niederalteich

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Bernried-Metten-Offenberg

AKTUELLES

Krautschau“ in Neuhausen rückt unscheinbare Pflanzen am Wegesrand in den Fokus

Unter dem Motto „Krautschau“ machte sich an einem Samstag Ende Juni ein Gruppe Interessierter in einer Mitmach-Aktion der Ortsgruppe Bernried-Metten-Offfenberg des BUND Naturschutz auf zu einer spannenden Entdeckungstour. Ziel der Aktion unter der Leitung von Katrin Lex war es, rund ums Rathaus der Gemeinde Offenberg in Neuhausen den Blick auf das zu lenken, was im Alltag oft übersehen wird: kleine Wildpflanzen, die aus Pflasterritzen wachsen oder am Wegesrand gedeihen.

Die Aktion fand im Rahmen der bayernweiten BN-Initiative „Krautschau“ statt. Diese Umweltbildungsaktion möchte Menschen für den Wert sogenannter „Unkräuter“ sensibilisieren, die in Städten und Dörfern im öffentlichen Raum an Wegen und Plätzen wachsen. So konnten in Neuhausen allein auf dem Weg vom Rathaus zum Schulhof 19 Pflanzen bestimmt werden, die nicht nur vollständig von alleine wachsen, sondern zum Teil zudem zu den Heilkräutern zählen. Mit einer Pflanzenbestimmungs-App kann man sie problemlos erkennen und bestimmen und bekommt oft zusätzlich auch Informationen über ihre Verwendung und Wirkungsweise.

So wurden beispielsweise Löwenzahn, Herbstlöwenzahn, Stumpfblättriger Ampfer, Breitwegerich, Ferkelkraut, Kriechendes Fingerkraut, Hornkraut, Schafgarbe, Fingerkraut und noch einige mehr entdeckt und bestimmt. Die Gruppe beschriftete die Pflanzen gut lesbar mit Kreide, um das Wissen direkt an Passanten und andere Interessierte weiterzugeben. Auch die Pflanzen auf dem Schulhof der Grundschule Neuhausen erhielten eine Beschriftung - und wurden in der folgenden Woche von der Schülerschaft noch einmal unter die Lupe genommen. „So wird Naturschutz im Alltag erlebbar und verständlich und Wertschätzung für die Natur gefördert“, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktion einig.

Die kleinen Pflanzen sind wichtige Nahrungsquellen für Insekten wie Nachtfalter, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere – und werden doch von vielen Menschen als störend empfunden und beseitigt. Die genannten Tiere haben dann jedoch zunehmend Probleme, weil die passenden heimischen Pflanzen als Nahrung für die Larven oder auch für die erwachsenen Insekten fehlen.

Die „Krautschau“ mit Hervorhebung und Beschriftung von Pflanzen mit Kreide ist dabei nicht nur Gruppen und Aktionen vorbehalten: „Jeder kann mitmachen – ob beim Spaziergang durch den Ort, im eigenen Garten oder auf dem Weg zur Arbeit. Wer genau hinschaut, kann überall Pflanzen entdecken und einen Beitrag zum Naturschutz leisten.“ betonte Katrin Lex.


Exkursion am Himmelberg von BN und LBV

Bäume bereichern unser Leben – Nistbäume für Höhlenbrüter am Himmelberg

Die BN-Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg lud am 2. Mai in Kooperation mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) zu einer Führung über den Himmelberg mit seinen zahlreichen Biotopbäumen ein.

Bei sonnigem Wetter trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Spaziergang in das Waldgebiet bei Metten. Der Referent, Walter Hanschitz-Jandl, langjährig bei der BN-Kreisgruppe aktiv und versierter Artenkenner, führte die Gruppe und teilte sein umfangreiches Wissen.

Vom Wanderweg aus sind die markierten Biotopbäume gut zu erkennen, meistens sind sie mit einer Welle und einer Nummer gekennzeichnet. Der Freistaat Bayern fördert den Erhalt von Biotopbäumen, z. B. mit Spechthöhlen und Baumpilzen durch das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald). Private Waldbesitzer und Kommunen erhalten hierfür ca. 125 bis 250 Euro pro Baum als Einmalzahlung für einen Zeitraum von 12 Jahren. Die Bäume werden digital erfasst, und Anträge können über das Waldförderportal beim zuständigen Forstamt eingereicht werden.
Im stehenden Alt- und Totholz können sich ca. 1500 Käferarten entwickeln und unzählige Insektenlarven finden hier Nahrung und Verstecke. So entsteht ein reichhaltiges Angebot an fliegenden Insekten, die für viele Vögel und bedrohte Fledermausarten wiederum als Nahrungsgrundlage dienen. Die Baumhöhlen sind Kinderstuben für in Höhlen brütende Vögel.

Schon gleich zu beginn begrüßte der Gartenrotschwanz, ein Halbhöhlenbrüter, mit seinem abwechslungsreichen Gesang die Gruppe. Einige Vogelarten kann man anhand ihres Gesangs gut zuordnen. Goldammer, Blaumeise, Buchfink, Grünfink, Singdrossel und Mönchsgrasmücke waren zu hören. Zu sehen waren nur kurz Bachstelze, Kleiber und ein Buntspecht.

Liegendes Totholz bereichert ebenfalls die Lebensgrundlage der Klein- und Kleinstlebewesen. Es gibt 600 verschiedene Pilze, die Holz zerlegen können. Hierbei entsteht Mulm und bietet Kleinorganismen Lebensraum. Das nun weiche Holz saugt sich stark mit Wasser an, sodass es als liegende Wasserquelle im Wald wirkt.

Eine besondere Rolle spielt der Buntspecht, er wird nicht ohne Grund „Baumeister des Waldes“ genannt. Er klopft Höhlen sogar in Eichenstämme, die später von anderen Vögeln oder Fledermäusen genutzt werden. Die größten Höhlen meißelt der Schwarzspecht in die Bäume, um Nahrung zu suchen. Auch diese Höhlen übernehmen später andere Vögel. Der Kleiber hat dabei eine besondere Taktik: er verkleinert die großen Höhlen mit einer Klebemasse, sodass nur er mit seinem Gelege in die Höhle passt. Auch die abstehende Rinde von absterbenden Bäumen bietet für Baumläufer Brutmöglichkeiten und Fledermäusen Schutz. Im Mulm baut zum Beispiel die Weidenmeise ihre Höhle. So bietet jedes Zersetzungsstadium der alten, liegenden und stehenden Bäume eine Nische für viele unterschiedliche Lebensformen. Im Urwald gibt es 10 – 20 % Totholz, im Wirtschaftswald nur 1 %. „Es ist schön zu sehen, dass hier am Himmelberg seit einigen Jahren Holz liegen bleibt“, bemerkte Brigitte Reinhardt Vorsitzende der BN- Ortsgruppe.

Der Wald am Himmelberg ist sehr vielfältig. Neben Buchen und Bergahorn stehen vereinzelt Winterlinde, Lerche und Föhre. Ulmenfrüchte am Boden zeigen, dass irgendwo auch eine Ulme sein muss. Seit den 70er Jahren dezimiert ein Pilz den Bestand stark. „Umso erfreulicher ist es, diesen Baum hier zu sehen“, so Reinhardt. Auch junge Eschen am Wegrand machen Hoffnung auf eine Erneuerung des Eschenbestandes. Vereinzelt sind auch Douglasien, Roteichen und Robinien als nichtheimische Arten zu finden. „Leider tragen diese wenig zum Ökosystem bei, weil sie nur von wenigen Tierarten genutzt werden können, sie sind aber eben gute ‚Holzlieferanten‘“, bewertet die Vorsitzende der BN-Ortsgruppe diese Pflanzungen.

Bäume erfüllen viele wichtige Funktionen im Ökosystem. Eine der wichtigsten ist die Fähigkeit Kohlendioxid (CO2) zu speichern – ein hundertjähriger Baum bindet etwa eine Tonne Kohlenstoff. Die Kohlenstoffspeicherung ist angesichts der durch menschlich verursachte CO2 Emissionen verursachten Erderwärmung unerlässlich und liefert im Gegenzug Sauerstoff zum Atmen. Bäume kühlen die Umgebung zudem durch Schatten und Wasserverdunstung.

Der vielfältige Mischwald hat daher nur Vorteile für Mensch und Natur, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig.


Mitgliederrundbrief 2026

Offenberg, Januar 2026

Liebe Mitglieder und Freunde des Bundes Naturschutz,
Wir freuen uns, Ihnen/euch auch für das Jahr 2026 wieder ein interessantes Ortsgruppenprogramm vorstellen
zu können. Wie immer kooperieren wir mit anderen Vereinen, wie dem Waldkindergarten
Pusteblume und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV).
Europa ist schwach, Deutschlands Wirtschaft ist in der Krise, die Gesellschaft erlebt einen konservativen
Backlash. Obwohl die Bundesregierung mit dem Sondervermögen über mehr Geld als je zuvor verfügt
um die schwächelnde Wirtschaft zu fördern und die Bundeswehr zu stärken, soll auch gespart werden.
In solchen Zeiten triff t es stets die Schwächsten: Soziales, Kultur und wie selbstverständlich den Natur-,
Umwelt-, Arten- und Klimaschutz.
So hat die Bayerische Staatsregierung die Mittel für die Landschaftspfl ege drastisch gekürzt und damit
die bisher so erfolgreiche Arbeit der LPVs und Naturparke auf ein Minimum abgewürgt. Die sichtbaren
Fortschritte auf den bisher professionell gepfl egten Flächen, sowie zu erwartende weitere Fortschritte im
Natur- und Artenschutz sind dadurch extrem gefährdet. Der Klimawandel aber macht keine Pause. Hohe
Temperaturen im Sommer mit extremen Starkregenereignissen und Überschwemmungen sind weiter auf
der Tagesordnung und werden sich noch beschleunigen. Der Rückgang der Artenvielfalt und die
Degradierung der Ökosysteme schreiten weiter voran.
Mit unserem Programm bieten wir auch dieses Jahr Anregungen, wie vor Ort gehandelt werden kann,
um regional und im kleinen Maßstab einen Beitrag für eine lebendige und lebenswerte Umwelt und Natur
zu leisten. Beispielhaft dafür steht der Vortrag „Die dunkle Seite des Lichts“. Die immer mehr
grassierende Lichtverschmutzung ist eine der Hauptursachen des Insektensterbens. Referentin Margit
Seifert zeigt in ihrem Vortrag auf, wie dieses Problem gelöst werden kann.
Die diesjährige Mehrtagesexkursion führt uns ein zweites mal ans Grüne Band im Länderdreieck Dreisessel.
Wir erkunden die Fortschritte bei der Biotopvernetzung durch BUND-Maßnahmen zwischen
Mauth und Finsterau, mit dem Ziel die Artenvielfalt dort zu schützen und wieder herzustellen.
Die insektenfreundliche Grünpfl ege im eigenen Garten, wie auch auf kommunalen Flächen, erläutert uns
schon im Februar Andrea Rinke, Projektkoordinatorin „Blühender Naturpark“. Wer selbst aktiv werden
und den eigenen Garten ökologisch und leise pfl egen möchte, kann im Juni das Mähen mit der Sense
lernen, es ist gar nicht so schwer – wenn man weiß wie’s geht!
Abgerundet wird unser Programm mit dem Blick auf alte Bäume und Wälder, Bäume im Park, Nistbäume
für Höhlenbrüter, aber auch der Wiesenbrüter Kiebitz steht wieder auf dem Programm.
Für Familien mit Kindern ideal ist die „Krautschau“, betreut von der Grundschullehrerin Katrin Lex. Wild
wachsende, oft unscheinbar wirkende Blühpfl anzen „Entdecken-Bestimmen-Bezeichnen“ ist das Motto.
Wer sich einbringen und selbst aktiv werden möchte: Im Januar müssen auf unserer Auwiese am
Perlbach in Edenstetten Zweige aus der Baumfällung aufgeschichtet werden. Im Februar gilt es den
Krötenzaun in Hofstetten aufzustellen und im Spätsommer wird die Wiese gemäht und der Grünschnitt
muss zusammengerecht und abgefahren werden.
Wer Zeit und Lust hat, meldet sich gerne bei der Vorstandschaft. Wir laden auch herzlich ein, an den
internen Veranstaltungen mit Interessenaustausch und „Ratsch“ teilzunehmen.


Vortrag „Die dunkle Seite des Lichts“ 

Weniger ist mehr – das gilt auch für die Nutzung von künstlichem Licht!

Die Ortsgruppe des BUND Naturschutz Bernried-Metten-Offenberg lud in Kooperation mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) Deggendorf, der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und dem Zukunftsforum Metten zum Vortrag „Die dunkle Seite des Lichts“ ein. Die Referentin Margit Seifert, Teammitglied bei „Paten der Nacht“, eine gemeinnützige Organisation zur Eindämmung der Lichtverschmutzung, Umweltpreisträger und Initiator der alljährlichen Earth Night, zeigte eindrucksvoll auf, wie Kunstlicht Tiere, Pflanzen und Menschen beeinträchtigt und wie wir natur- und insektenschonend beleuchten können. Denn Lichtverschmutzung ist inzwischen eine ernste Bedrohung für unsere Ökosysteme und gilt laut BUND als eine der sieben Hauptursachen für das Insektensterben. Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Fruchtpflanzen (z.B. nachtaktive Schmetterlinge) und sind Nahrungsquelle für viele Tiere (z.B. Vögel, Igel und Fledermäuse). Diese leiden deshalb auch unter dem Insektenschwund. 

Etwa eine Milliarde Insekten sterben in Deutschland jährlich an Erschöpfung wegen Dauerumkreisung an Straßenlaternen, ein Vielfaches an anderen Lichtquellen wie Werbe- oder Hausbeleuchtung und an Beleuchtung im Garten. Immer mehr und immer länger und heller strahlende Leuchten lassen die Helligkeit weltweit jedes Jahr um fast 10 % steigen. Sehr helle und aufwärts strahlende LED-Leuchten wie z.B. die beliebten Up-and-down-Leuchten an Gebäuden tragen besonders zur Entstehung von „Lichtglocken“ am Himmel bei. Zahlreiche Tiere wie Insekten, Vögel, Fledermäuse, Igel und Wasserlebewesen werden durch unsere Beleuchtungen stark beeinträchtigt. Zugvögel , die meist nachts ziehen, kommen vom Kurs ab oder kollidieren mit hohen Gebäuden, während tagaktive Vögel nicht erholsam schlafen können und im Winter zusätzlich geschwächt werden. Nachts angestrahlte Bäume werfen im Herbst ihr Laub verspätet ab und treiben im Frühjahr vorzeitig aus, was jeweils zu Frostschäden führen kann. Wegen länger geöffneter Blattporen sind diese Bäume anfälliger für Austrocknung. Die Photosynthese „rund um die Uhr“ stresst den Baum.

LED-Flächenstrahler tragen besonders zur Lichtverschmutzung bei. Viele sind deutlich heller als nötig und oft werden sie aufgerichtet montiert, statt waagerecht. Als Beispiel nannte die Referentin einen Parkplatz-Strahler, der noch in 1,6 km Entfernung als hellster Punkt der Ortschaft zu sehen war. Nützlich wäre hier ein asymmetrisch leuchtender Strahler, der mehr Licht in eine Richtung lenkt und somit waagrecht ausgerichtet werden kann. Es gibt Straßenleuchten, die entlang eines Fußwegs einen großen Bereich ausleuchten könne, ohne in den Rückraum zu strahlen und zu blenden. 

Mehr Helligkeit bedeutet nicht unbedingt besseres Sehen, denn unsere Augen können sich perfekt an eine dunkle Umgebung anpassen. Allerdings dauert das einige Minuten - 20-30 Minuten bis zur vollständigen Anpassung. Blendet eine Lichtquelle, sehen wir Hindernisse schlechter oder gar nicht. Bei hellem, blendendem Licht entsteht der sog. „Laufsteg-Effekt“, wir sehen die dunkle Umgebung nicht.

Um helles Licht im öffentlichen Raum zu begründen, wird oft auf die Sicherheit verwiesen. Untersuchungen ergaben jedoch: „ An dunklen Orten passieren nicht mehr Delikte oder Verkehrsunfälle, als an hell beleuchteten, obwohl das Gefühl etwas anderes sagt". Auf hell beleuchteten Straßen wird schneller gefahren, erklärte Margit Seifert. Kriminalstatistiken im In- und Ausland ergeben keine Zunahme von Delikten bei Abschaltung der Straßenbeleuchtung. In Frankreich gibt es seit vielen Jahren in mehr als einem Drittel aller Kommunen Nachtabschaltungen, auch in Städten wie Bordeaux. Seit 2013 muss dort laut Gesetz auch Werbebeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr abgeschaltet werden.

Beleuchtung an Haus und im Garten ist oft gestalterisch motiviert. Auch hier wird die Natur mit ihren Nachtlebewesen „übersehen“. Seit Urzeiten ist der Vollmond die hellste Lichtquelle für unsere nachtaktiven Tiere. Mit unseren hellen Leuchten blenden und stressen wir sie und können sie sogar dadurch töten. Glühwürmchen beglücken uns in lauen Sommernächten nur wenn es wirklich dunkel ist. Andauernde Gartenbeleuchtung machen Glühwürmchen den Garaus. Die Männchen fliegen die Leuchten an statt ihre Weibchen. Glühwürmchen wären ein Segen für Hobbygärtner: Ihre Larven fressen auch Nacktschnecken. Dagegen regt Licht bei Schnecken die Eiablage an.

Man muss jedoch nicht gänzlich auf Außenbeleuchtung verzichten. Bereits mit einfachen Mitteln kann bestehende Beleuchtung naturschonender werden. Hier ein paar Tipps: nur bei Bedarf beleuchten, warm-weißes oder gelb-oranges (Amber) Licht benutzen oder gelbe Zirkon-Folie aufkleben, Helligkeit reduzieren, Leuchten nach unten richten, Lichtstrahlen nach oben abkleben. Indirektes Licht, das z.B. nur Stufen beleuchtet, ist angenehm für alle. Diese Grundregeln gelten ebenso für Werbe- und Straßenbeleuchtung. Kommunen könnten auch Licht-Leitlinien erlassen, die Werbe- und private Beleuchtung begrenzen. 

„Das Beste für alle Lebewesen ist keine Beleuchtung. Wenigstens das Licht über Nacht ausschalten schont obendrein den Geldbeutel“, bemerkte Brigitte Reinhardt, 1. Vorsitzende der OG Bernried-Metten-Offenberg BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Die Referentin bietet Vorträge auch speziell für Stadt- und Gemeinderäte, sowie Unterricht an Schulen an. Mehr Informationen, auch zu Lichtverschmutzung allgemein, finden Sie unter: https://www.paten-der-nacht.de/


Grünpflege – insektenfreundlich mähen

Die Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg im BUND-Naturschutz lud zur Informationsveranstaltung „Grünpflege – insektenfreundlich mähen“ mit Andrea Rinke, Projektkoordinatorin „Blühender Naturpark“. Das Projekt wird von der Regierung von Niederbayern über die Höhere Naturschutzbehörde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. 
Die Artenvielfalt ist unsere Lebensgrundlage und durch den Klimawandel sehr bedrängt. In ihrem Vortrag erläuterte Frau Rinke, welches Potential an natürlichen Lebensräumen in der Gemeinde Offenberg und in Privatgärten für die heimische Flora und Fauna vor Ort schlummert. Durch die entsprechenden Maßnahmen in der kommunalen Grünpflege und in Privatgärten könnte dieses Potential gehoben werden.

Heimische Blühpflanzen am Straßenrand und in Gärten sind Nahrung und Lebensraum für Insekten in ihren verschieden Entwicklungszyklen. Diese sind auf bestimmte Pflanzen und Blüten angewiesen und sind ihrerseits auch Nahrung für Igel, Vögel und andere Kleintiere. Andrea Rinke gab viele Tipps zur Pflege von öffentlichen Grünflächen: „Es ist wichtig, dass die Schnitthöhe beim Mähen bei 7- 10 cm liegt. So werden Wurzeln und Stämme der Bäume geschont und zwischen den Halmen kann sich Morgentau sammeln. So trocknet der Boden bei starker Hitze im Juli nicht so leicht aus. Die natürliche Schwammwirkung bei Regen kann sich entfalten und die Erosionsgefahr verringert sich“, erläuterte die Fachfrau. Dies ist für die stark zunehmenden Extremwetterlagen wichtig und beugt Hochwasser vor.

Der Naturpark könnte die Pflege von Ausgleichsflächen, Wiesen und anderen Flächen, wie zum Beispiel am Rathaus über Landwirte mit entsprechender Ausbildung koordinieren. Das spart Kosten, weil das Mähgut kompostiert werden kann und nicht teuer entsorgt werden muss. Obendrein können sich die Bauhofmitarbeiter anderen Tätigkeiten widmen. Ebenso fallen weniger Kosten an, wenn das Straßenbegleitgrün extensiv, das heißt seltener gemäht wird, denn durch das Abtransportieren des Mähguts werden Nährstoffe entnommen und die Fläche wird ausgemagert, statt immer weiter aufgedüngt. So wächst das Gras in den Folgejahren nicht mehr so hoch und es fällt immer weniger Mähgut an.

„Weniger Aufwuchs, weniger Arbeit, weniger Maschineneinsatz, hat weniger Kosten zur Folge.“ stellte die BUND- Ortsgruppen Vorsitzende Brigitte Reinhardt fest. Einige Gemeinden im Landkreis haben solche Projekte zur Freude der Bürger schon umgesetzt. Die Wahl der eingesetzten Arbeitsgeräte ist von großer Bedeutung. Mit Balkenmähern, die eine kleine Arbeitsbreite aufweisen, können auch schwierige und verwinkelte kommunale Grünflächen effektiv und zugleich insektenschonend gepflegt werden. Die Beschaffung kann mit einem einfachen Antrag der Kommune über die KFW gefördert werden, auch die Fortbildung von Bauhofmitarbeitern spielt in der naturverträglichen Grünflächenpflege eine Rolle. Daneben wurden weitere finanzielle Zuschüsse, wie beispielsweise zur Neupflanzung von Streuobstwiesen, zur Heckenpflege und zur Sanierung von Baumscheiben thematisiert.

Auch in den Privatgärten kann man Rückzugsorte für Insekten, Heuschrecken und Kleinsäuger schaffen: Da und dort Pflanzen mal stehen lassen und später mähen, Totholz und Steinhaufen bieten Eidechsen und anderen Tieren Entwicklungsmöglichkeiten. Ein kleiner Teich im Garten senkt nicht nur die Temperatur an heißen Tagen, sonder ist Lebensraum für Libellenlarven, Frösche und ist Tränke für Vögel, Igel und andere Tiere. 

Bäume und besonders alte, große Bäume senken die Temperatur in ihrer Umgebung an heißen Tagen um bis zu 5 Grad Celsius und spenden Sauerstoff. Sie sind Lebensraum für viele Tiere wie Vögel, Bilche und Eichhörnchen, Insekten, auch Pilze und viele andere. 
Neophyten, also nicht heimische Pflanzen, die sich in der Natur ausbreiten sind ein wachsendes Problem. Der Japanische Knöterich ist sehr hartnäckig und widerstandsfähig. Die Kanadische Goldrute, das Berufskraut, das indische Springkraut und auch der als Hecke beliebte Kirschlorbeer breiten sich in Wäldern ungebremst aus, wenn man nicht gegensteuert. Das Zurückdrängen ist mühsam und braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Die Teilnehmer*innen zeigten sich sehr interessiert und freuten sich, dass viele ihrer Fragen beantwortet werden konnten. „Es ist schön, dass wir den Naturpark haben, und so durch gezielte Maßnahmen die ursprüngliche Artenvielfalt der Wiesen in der Gemeinde erhalten, optimiert und wiederhergestellt werden kann – und am Ende freuen sich die Bürger*innen über den Blütenreichtum.“ fasste Brigitte Reinhardt zusammen.


Besichtigung der Biogutvergärungsanlage – Energiegewinnung aus Bioabfällen

Die Ortsgruppe des BUND Naturschutz Bernried-Metten-Offenberg lud zusammen mit dem LBV (Landesbund für Vogelschutz) zu einer exklusiven Besichtigung der Biogutvergärungsanlage im Entsorgungs- und Recyclingzentrum ZAW Donau-Wald in Poschetsried bei Regen ein. Christian Eder, Werkleiter des Kommunalunternehmens für die Behandlung von Bioabfällen und Grüngut (BBG) führte durch die Anlage. Er gab den Besuchern spannende und aufschlussreiche Einblicke in die innovative Technik und die Prozesse der Energiegewinnung aus Bioabfällen.
Die Biogutvergärungsanlage, die im Rahmen einer fortlaufenden Entwicklung entstand, hat sich in den letzten 30 Jahren zu einem bedeutenden Beispiel für die nachhaltige Nutzung von Bioabfällen und Grünschnitt entwickelt. Was 1993 als Vision begann – die Gewinnung von Energie und Erde aus Bioabfällen – ist heute ein erfolgreiches, umweltfreundliches Projekt, das nicht nur zur Stromerzeugung beiträgt, sondern auch wertvolle Produkte wie Kompost und spezielle Erden erzeugt. 
Christian Eder erklärte:Bioabfälle, die über die Biotonne und Grünschnitt von den Wertstoffhöfen bereitgestellt werden, können hier effizient und ohne Rückstände verarbeitet werden. Die organischen Abfälle durchlaufen zunächst einen Vergärungsprozess, bei dem Gase entstehen. Diese Vergärungsgase werden gesammelt und in Strom umgewandelt.“ Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass die dabei entstehende Abwärme und auch der erzeugte Strom innerhalb der Anlage genutzt wird, so dass der gesamte Prozess sehr energieeffizient abläuft. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und die Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms fließen direkt in die kontinuierliche Verbesserung und Optimierung der Anlage. 
Aus organischem Abfall und Grüngut entstehen hochwertiger Kompost und torf-freie Erden, die über die Wertstoffhöfe der ZAW in den Landkreisen Regen, Deggendorf, Freyung-Grafenau und Passau, sowie bei einem Discounter verkauft werden. Diese nachhaltigen, ökologischen und regionalen Qualitätserden können im gewerblichen Gartenbau und Privatgärten zur Bodenverbesserung verwendet werden. 
Damit schließt sich der Kreis: Der organische Abfall wird nicht nur zu nachhaltiger Energie, sondern auch zu wertvollem Rohstoff, der in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Der gesamte Prozess bietet nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Brigitte Reinhardt, die Vorsitzende der BUND Naturschutz Ortsgruppe, fasst zusammen:“Die dezentrale Energieerzeugung aus organischem Material ist eine zukunftsweisende und umweltfreundliche Technologie, die uns zudem wertvollen Kompost und Qualitätserde schenkt.“Reinhardt bedankte sich bei Christian Eder für diesen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Bioabfallbehandlung, verabschiedete die Teilnehmenden und wies auf die kommende Veranstaltung der BN-Ortsgruppe am 18.10 zum Grundwassermanagement im Naturschutzgebiet Runstwiesen.