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BUND Naturschutz bittet um Mitarbeit bei Muschelschutz

Schon im letzten Jahr hat sich die Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg des BUND Naturschutz für den Schutz von Muscheln bei der jährlichen Mahd am Alten und am Kleinschwarzacher Graben im Gebiet des Marktes Metten engagiert. „Nach einem Hinweis von einem Mitglied haben wir damals zunächst eher provisorisch die im Mähgut und Schlamm steckenden Muscheln wieder ins Wasser gesetzt“, erklärt die Vorsitzende Brigitte Reinhardt. Nach einem Treffen mit den zuständigen Ämtern am letzten Donnerstag zu dem Thema soll die Aktion in diesem Jahr wiederholt werden. Dafür bittet die Ortsgruppe um Mithilfe der Bevölkerung.

27.11.2020

„In dem sehr informativen und konstruktiven Treffen haben wir zum einen erfahren, dass auf die Mahd und gelegentlich auch Räumung der Gräben von Schlamm nicht verzichtet werden kann, weil davon der Grundwasserstand im Bereich zwischen Metten und Offenberg abhängt. Der Abfluss des Wassers würde durch zuviel Bewuchs behindert werden, dadurch würde der Grundwasserspiegel ansteigen. Auch die Methode, bei der ein Mähkorb eingesetzt wird, lässt sich kaum verändern“, erzählt Reinhardt von dem Termin. „Zugleich haben wir bei dem Treffen auch vereinbart, dass wir von unserer Seite versuchen wollen, möglichst viele freiwillige Helferinnen und Helfer zu finden, die jeweils am Tag der Räumung und an den nächsten Tagen das Mähgut und den Schlamm absuchen, um die Tiere wieder in das Wasser zurückzusetzen.“ Damit sollen die Verluste in den Populationen unter anderem der Malermuschel und der Großen Teichmuschel möglichst gering gehalten werden.

Dazu muss zunächst mit einem stabilen Rechen, Mistgabel oder Krail das Material etwas weiter auseinander gebreitet werden, um dann mit scharfem Blick im Schlamm die Muscheln finden zu können. „Es rentiert sich, auch in den nächsten Tagen noch einmal zu suchen, da die Tiere versuchen, sich selber aus dem Schlamm zu bewegen. Daher findet man in der Regel auch an den Folgetagen noch Muscheln“, erklären Andreas Dobler und Philipp Hoos von der Muschelkoordinationsstelle Bayern an der Technischen Universität München bei dem Treffen. „Auch Fische oder Schnecken sollen natürlich ins Wasser zurückgesetzt werden.“ Längere Zeit an der Luft oder  im Schlamm halten es die Weichtiere allerdings nur dann aus, wenn es keinen Frost gibt.

An den Gräben zwischen Metten und Offenberg bestehen aus der Flurbereinigung über weite Strecken ausreichende Uferschutzstreifen, auf denen das Material gelagert werden kann. An manchen beengten Punkten muss das Material wegen Platzmangel allerdings in größeren Haufen aufgesetzt werden. Hier wird es etwas schwieriger, das Material zu durchsuchen. „Schön wäre es, wenn sich an diesen Stellen die benachbarten Grundeigentümer bereit erklären, dass das Material für eine gewisse Zeit auf deren Flächen zwischengelagert werden kann“, bittet Reinhardt, ist aber ansonsten froh um die vorhandenen Uferschutzstreifen. „Die Gräben oberhalb von Metten sind auf längerer Strecke recht günstig ausgestaltet, weil die vorhandenen Schutzstreifen zugleich auch wirksam den Eintrag von Nährstoffen und Bodenteilchen aus der umgebenden Landschaft reduzieren“.

Die Aktion startet am 23.11. um Mittag, um dem am selben Tag in der Früh startenden Mähbagger einen ausreichenden Vorsprung zu geben. „Wer nach Muscheln sucht, muss grundsätzlich 100 Meter Abstand zum Bagger einhalten, damit der Baggerfahrer der Flussmeisterstelle ungestört arbeiten kann“, betont Brigitte Reinhardt. Gleichzeitig freut sich die Ortsgruppe, dass das Wasserwirtschaftsamt einen Bauwagen in dem Bereich abstellen wird, in dem man sich (coronagerecht jeweils nur 1-2 Hausstände) wieder aufwärmen kann. „Wir empfehlen außerdem zweckmäßige Kleidung, die mal Schlamm abkriegen darf, wasserfeste Schuhe und entsprechende Handschuhe“, erläutert Reinhardt weiter. Für die Mahd bzw. Räumung und damit auch die Muschel-Aktion sind etwa zwei Wochen veranschlagt – in diesem Zeitraum sollten sich möglichst für jeden Tag Menschen finden, die die jeweils bearbeiteten Streckenabschnitte absuchen. „Das ist aber auch mal eine schöne Aktion für Familien mit Kindern oder theoretisch auch für eine Schulklasse. Muscheln suchen ist wie Ostereier suchen“, meint die örtliche BN-Vorsitzende.

Die BUND Naturschutz Ortsgruppe hat, um die ganze Aktion coronagerecht durchführen zu können, eine Online-Liste aufgesetzt und zusammen mit der Kreisgruppe des BN eine Karte des Gebietes erstellt. In der Karte sind der Kleinschwarzacher Graben und der Alte Graben in einzelne Abschnitte unterteilt. „Auf diese Weise wollen wir versuchen, möglichst alle Bereiche und Zeiten abzudecken. Nach den üblichen Regeln sollen sich dabei jeweils nur Mitglieder eines Hausstandes an einem Ort aufhalten. Außerdem bitten wir darum, die Karte auszudrucken und auf dieser die Zahl der geretteten Muscheln und sonstiger Tiere zu erfassen und an uns mitzuteilen. Wir wollen damit soweit möglich einen Überblick zu bekommen, wo die Tiere leben und wie sich die Bestände weiter entwickeln. Von besonderem Interesse ist dabei auch, ob Jungmuscheln, d. h. kleine Tiere zu finden sind“. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich bei Brigitte Reinhardt melden (per Telefon unter 0991 9268 oder per Mail: brigitte@bgreinhardt.de) und erhält dann die Karte und den Link zu der Online-Liste.