26. Internationaler Donaukongress: Chancen für mehr Natur an Isar und Donau

Flussrenaturierung bedeutet vielfach, vor allem frühere „Regulierungen“ wie die Versteinung von Ufern wieder zurückzubauen und dem Gewässer so wieder mehr Gestaltungsfreiheit zu geben. Der 26. Internationale Donaukongress am ersten Dezember-Wochenende in Niederalteich diskutiert die an Isar und Donau gegebenen Möglichkeiten und zeigt Renaturierungs-Maßnahmen im Isarmündungsgebiet.

Wie jedes Jahr gut besucht war der 26. internationale Donaukongress am 2. und 3. Dezember in der Landvolkshochschule in Niederalteich.

Der Kongress hat im Lauf der Jahre den besonderen ökologischen Wert der Donau in Bayern und in Europa herausgearbeitet und die Auseinandersetzungen um den Ausbau der Wasserstraße in der Donau fachlich begleitet. Seit vielen Jahren wird verstärkt auch die Frage diskutiert, wie der Hochwasserschutz entlang der großen Flüsse nachhaltig und naturnah verbessert werden kann.

Chancen für mehr Naturnähe an Donau und Isar

In diesem Jahr standen die Chancen für mehr Natur an Donau und Isar im Mittelpunkt stehen. Für Donau und Isar wie auch für viele andere Flüsse tun sich neue Chancen auf, bei Renaturierungen deutliche Schritte voranzukommen.

Am ersten Kongresstag erläuterten Dr. Florian Ballnus (Bayerisches Umweltministerium) und Dr. Christine Margraf (BUND Naturschutz, Fachabteilung München) den vor Kurzem veröffentlichten "Masterplan Lebensraum Bayerische Donau"; hieran schloss sich ein Vortrag von Dr. Dirk Engelbart (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) zum Bundesprojekt "Blaues Band Deutschland" an.

Am Nachmittag bestand, nach einer Einführung durch Clemens Berger und Hermann Waas (Wasserwirtschaftsamt Deggendorf) Gelegenheit die ersten größeren Renaturierungsschritte im Isarmündungegebiet im Bereich "Posttradt" zu besichtigen.

Podiumsdiskussion: von Papiertigern zur Umsetzung von Naturschutzprojekten für unsere "grüne" Infrastruktur?

Am Sonntag, den 3. Dezember diskutierten Vertreterinnen und -Vertreter von politischen Parteien - u.a. zu der Frage, ob und wie der Weg von "Papiertigern" wie der EU-Donauraum-Strategie, Natur- und Gewässerschutz-Richtlinien und dem bayerischen "Masterplan Donau" hin zu einer tatsächlichen Umsetzung gelingen kann.

Die Diskussion knüpfte dabei inhaltlich und auch personell an den intensiven und spannenden Austausch beim letztjährigen Donaukongress an. In der Zusammensetzung des letzten Jahres diskutierten MdL Hans Ritt (CSU), MdB Rita Hagl-Kehl (SPD), Dr. Georg Meiski (Freie Wähler), MdL Rosi Steinberger (Bündnis 90 / Die Grünen), Stefan Hölzl (Die Linke), MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) und Prof. Dr. Hubert Weiger (BUND Naturschutz) unter der Moderation von Christian Schneider.

Den Schlusspunkt bildete, ebenfalls wie in den letzten Jahren, die (einstimmige) Verabschiedung einer Resolution.

Präsentationen zu den Vorträgen

Präsentation Dr. Florian Ballnus, "Masterplan Lebensraum Bayerische Donau" - Schlüsselprojekte für den Erhalt und die Stärkung der Biodiversität in Bayern und Europa (Teil 1). Klick in das Bild öffnet pdf-Datei.
Präsentation Dr. Christine Margraf, "Masterplan Lebensraum Bayerische Donau"- Schlüsselprojekte für den Erhalt und die Stärkung der Biodiversität in Bayern und Europa (Teil 2). Klick in das Bild öffnet pdf-Datei.
Präsentation Dr. Dirk Engelbart, Bundesprojekt "Blaues Band" - Entwicklungschancen an den deutschen Wasserstraßen. Klick in das Bild öffnet pdf-Datei.
Präsentation Clemens Berger, Hermann Waas: Grundzüge, Möglichkeiten und Grenzen für renaturierungen im Isarmündungsgebiet. Klick in das Bild öffnet pdf-Datei.

Programm, Resolution und Bilder

Klick in das Bild öffnet das Programm (pdf)
Resolution. Klick in das Bild öffnet die beschlossene Resolution als pdf-Datei.
Prof. Dr. Hubert Weiger (BUND Naturschutz) Bild: Mirka Knopf
Dr. Florian Ballnus (Bay. Umweltministerium)
Dr. Christine Margraf (BUND Naturschutz) Bild: Mirka Knopf
Dr. Dirk Engelbart (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) Bild: Mirka Knopf
Clemens Berger (Wasserwirtschaftsamt Deggendorf) Bild: Mirka Knopf
Hermann Waas (Wasserwirtschaftsamt Deggendorf) Bild: Mirka Knopf
Bild: Mirka Knopf
Exkursion an die Isar bei Isarmünd im Bereich Posttradt. - Bild: Georg Kestel
Wieder reaktiviertes Seitengerinne an der Isar - mit vielfältigen Sohl- und Uferstrukturen. - Bild: Georg Kestel
Podiumsdiskussion. - Bild: Mirka Knopf